Freibier-Webinar für alle!

Beitrag zur Blog-Parade als Plädoyer für Webinare 28.02.2014Eine Einladung zum kostenlosen Webinar wird von vielen Anbietern dargeboten wie: „Freibier für alle“. Doch die Resonanz darauf ist nicht an nährend so euphorisch, wie diese Ankündigungen. Diese Webinare sind auch für den Teilnehmer nicht wirklich kostenlos, er investiert zumindest seine Zeit und die ist sehr kostbar.  Zur Zeitverschwendung kann ich mir auch eine TV-Verkaufssendung rein ziehen.

Ich bekomme täglich, gefühlte hundert Einladungen, zu solchen Veranstaltungen.
Meist handelt es sich hierbei um WERBinare. Das heißt, am Ende wird ein Produkt zum Verkauf angeboten. Z.B. ein Videokurs oder Seminar zum Spezial Preis. Sofern bis dahin interessante und wertvolle Informationen geliefert werden, finde ich das auch OK. Für Leistungen sollte meiner Ansicht nach, immer ein Ausgleich erfolgen. Mit dem Nutzwert steigt auch die Bereitschaft dazu. Ich habe mich vor etwa zwei Jahren dazu entschlossen, keine kostenlosen Webinare mehr öffentlich anzubieten.

Ich liebe Webinare und habe viel Freude daran, diese Möglichkeit zu nutzen. Das Schöne an meiner Tätigkeit ist, dass ich mir einen Experten aussuchen kann, mit ihm gemeinsam Inhalte plane und vielen Menschen wertvolle Informationen biete. Natürlich kann und soll so ein Webinar das Face to Face Coaching und Training nicht ersetzen, doch wir können inspirieren, Mut machen, Neugier wecken und die Menschen abholen. Schon in der Schule waren wir meist in den Fächern am besten, wo auch eine Sympathie zum Lehrer vorhanden war. Nun können wir uns den Lehrer in’s  Haus holen, entsprechendes Feedback geben oder bei Nichtgefallen austauschen.

Wenn es den Experten gelingt, die virtuelle Mauer zu ignorieren und die Inhalte authentisch rüber zu bringen, haben sie schnell neue Fans gewonnen und es macht allen Beteiligten richtig viel Spaß. Für mich gehört z.B. auch ein offener Chat zum Online-Meeting dazu. Hier findet zunehmend auch eine Begrüßung der Teilnehmer untereinander statt. Schön wäre es, wenn auch die mündliche Beteiligung wachsen würde. Die Zeiten des Frontalunterrichts sollten endlich vorbei sein. Ich freue mich auf den Dialog mit euch.

Dieses ist ein Beitrag von Jürgen Frehse zur Blog-Parade als Plädoyer für Webinare.

4 Gedanken zu „Freibier-Webinar für alle!

  1. Hartmut Knorr

    Hallo Herr Frehse,

    auch ich bin ein großer Freund von Webinaren und ich finde ein Webinar besonders dann interessant, wenn der Anbieter von Werbinaren seine Gäste aktiv miteinbezieht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hartmut Knorr

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  2. Judith Torma - die Rednermacherin

    Wunderbar auf den Punkt gebracht.
    Freibier für alle nur zu besonderen Anlässen, sonst verliert es einen Charm und schmeckt schnell schal.

    Ich denke für Teilnehmer ist es besonders schwer den Nutzen von Webinaren in den Beschreibungen genau zu erkennen. Oft wird viel versprochen und dann nur der Hinweis gegeben, dass das wertvolle nutzbringende Wissen für überhöhte Preise anderorts zu finden ist.

    Ich bin gespannt wie es sich 2014 entwickeln wird. Danke für Ihren Beitrag zur Blog-Parade

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  3. Gudrun Engelbrecht

    Wohin uns scheinbar kostenlos geführt hat, sieht man meiner Ansicht nach an Zeitschriften (gefühlte 80 % Werbung) oder die sogenannten privaten TV und Radio-Sender (Werbegehalt nahe meiner Gruselgrenze). Das kann es nicht sein. Und Webinare, die Ihren Werbecharakter nach einiger Zeit „verraten“ finde ich ebenfalls furchtbar.

    Webinare an sich finde ich großartig. Niemand muss seine Zeit auf vollen oder vielleicht glatten Straßen verbringen und sein Geld in Parkplätze, Busfahrtickets oder Zugfahrkarten stecken. Man kann einfach „gemütlich“ miteinander lernen. Ich unterrichte per Webniar 9-monatige Kurse und die Teilnehmer und ich haben uns nie die Hand gegeben, uns nie in die Augen gesehen … aber wir haben Spaß, sind uns nahe, lernen voneinander und – am Ende der Webinarreihe – vermissen uns auch. Nähe und Menschlichkeit ist also auch im Webinar möglich. Es kommt immer darauf an, wie die Randbedingungen sind.

    Und – ja, mehr Beteiligung durch die Teilnehmer ist wünschenswert – kommt aber natürlich auf Gruppengröße drauf an.

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  4. Bettina Schöbitz | Respektspezialistin

    Wunderbarer Vergleich: Freibier und We(r)binare. In der Tat gilt bei uns in Deutschland tief in den Köpfen der Menschen noch immer der Satz: „Was nix kostet, ist auch nix!“. Ist ja in der Regel auch was Wahres dran. Dass allerdings ein Webinaranbieter, der sein Wissen gratis zur Verfügung stellt und dabei für die genutzte Plattform oft noch zahlen muss, eine kleine Gegenleistung in Form von Werbe-Aufmerksamkeit fordert, finde ich durchaus okay. Denn so entsteht eine „Gegenleistung“. Nur darf das eben auch nicht ausufern. 10 % Werbezeit, zumal wenn sie humorvoll präsentiert wird, finde ich total erträglich. 50 % ist für mich ein Affront gegenüber dem Teilnehmer – und wird leider viel zu oft erreicht.

    Dennoch möchte ich alle Meckerer gegen Gratis-Webinare mit Werbeanteil doch zum Nachdenken anregen. Wie viel Zeit, Geld und Aufwand in einem solchen Webinar steckt? Ich mache hier mal eine kurze Aufzählung ohne Anspruch von Vollständigkeit:
    – Wissenserwerb fachlich
    – Methodenerwerb didaktisch
    – Präsentationstechnik (Softwarekauf + Erwerb der erweiterten Bedienfähigkeit)
    – Plattformauswahl, -buchung und -bezahlung
    – Erstellung einer Ausschreibung für das We(r)binar
    – Marketing für die Verbreitung und Teilnehmergewinnung
    – Erstellung der Präsentation/ des Konzeptes/ der Videos/ der Umfragen
    – Erwerb, Bereitstellung und Bedienung der Technik (WebCam, Headset, Mikro u.a.)
    – Handling Anmeldeprozess (je nach Plattform unterschiedlich)
    – Erstellung, Einbindung und Bereitstellung von Goodies/ Geschenken für die Teilnehmer (oftmals!)
    – Souveräner Umgang mit gerne mal deutlich verspäteten Teilnehmern, die ihre technischen Probleme coram publico geklärt wissen wollen
    – Das Gefühl alleine für einen Bildschirm zu reden, weil die Teilnehmer betrüblicher weise öfter nur wenig Einsatzbereitschaft zeigen
    – Durchführung des We(r)binars – oft verbunden mit massivem Lampenfieberempfinden
    – Selbstbewusstsein, die eigene Werbung mutig und mit geradem Rücken zu präsentieren
    – Nervenstärke für die – oftmals hausgemachten – technischen Probleme der Teilnehmer (wer macht schon den angeratenen Systemcheck und arbeitet mit modernem Browser und Flash-Player???)
    – Ertragen einer zu geringen Bandbreite mit entsprechenden Zusammenbrüchen – nur weil der Telefonanbieter nicht mehr liefern kann oder will…und es keine sinnvolle Alternative gibt
    – Überleben eigener technische Hürden, die gerne mal unerwartet auftauchen…
    – Nachbereitung und weitere Nachfragen aus dem Teilnehmerkreis

    Tut ein bisschen mehr Toleranz gegenüber der Werbung vor diesem Hintergrund wirklich so weh??? Klar werden Sie jetzt antworten, dass niemand Webinare machen MUSS. Doch dem halte ich entgegen, dass das Netz ein großartiger Verbreitungskanal und Webinare eine ausgezeichnete Möglichkeit für Marketing sind. Nur wäre es wünschenswert, dass
    1. Teilnehmer sich selbst mal mental in die Rolle des Veranstaltern beamen dürfen, um nachzuspüren, wie es ihnen damit gehen würde…
    2. Veranstalter Transparenz bieten und mit offenen Karten spielen und ein We(r)binar als solches kenntlich machen. Und dann einen 20-%-Anteil an Werbung NIEMALS überschreiten.

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