Archiv für den Monat: Juli 2014

Gesangsunterricht ist nur was für Frauen und Weicheier …

… bestenfalls noch für Jungs, die sich von Dieter Bohlen einen Tritt abholen wollen. Dies sagte neulich der Mann einer Bekannten. Tjaaaaa, das ist schon eine Aussage, die man erst mal sacken lassen muss. Dabei fällt mir spontan das Lied ein von Herbert Grönemeyer „Wann ist ein Mann ein Mann?“.

Singender Business-MannDas heißt doch im Umkehrschluss, dass kein „echter“ Mann Gesangsunterricht nimmt, weil das zu weibisch wirken könnte. Dies passt gut zu der Einstellung, dass ein deutscher Mann keinen Tanzunterricht nimmt, dann könnte man ihn ja für schwul halten. Das geht ja schon in Du überzeugst in Haltung, Ausdruck und Stimme entweder bei deinen Mitarbeitern oder gegenüber Vorgesetzten. der Schule los. Wenn ein Junge Spaß am Ballett hat, wird er nach kurzer Zeit von den Mitschülern gehänselt. Wie krank ist unsere Gesellschaft eigentlich? Man übersieht hier gänzlich, dass gerade die Länder, die von Machos bevölkert sind, die tanzwütigsten sind und dies kein bisschen weibisch finden. Dasselbe gilt für die sangesfreudigen Nachbarn aus Italien oder Spanien.

Zeigt sich Männlichkeit in Deutschland nur, wenn man gut Bierkrüge stemmen und vor allem bis zum Umfallen austrinken kann? Wenn man am lautesten schreit oder ein Ass beim Fußball ist. Apropos Fußball: Haben Sie schon mal beim Training von Profifußballern zugeschaut? Nein? Naja, Sie können es schon sehen, wenn Sie Fußball im TV beobachten. Vor dem Anpfiff machen sich die Spieler warm und sie machen fast exakt dieselben Übungen und Schritte, die man im Jazzballett-Unterricht lernt. Und das soll unmännlich sein?

Singen ist Ganzkörpertraining mit hoher Gehirnleistung und emotionalen Ausbrüchen

Skelet in blauUnd genauso verhält es sich mit dem Singen. Fast jeder, der viele Vorträge zu halten hat oder stundenlange Seminare führen muss, bei denen die Stimme wirklich beansprucht wird, hat einmal Stimmtraining genommen. Er könnte sonst so langes Sprechen kaum durchhalten ohne heiser zu werden.
Im Gesangsunterricht lernen Sie dies ebenso, nur benötigen Sie dafür noch bessere Kenntnisse über Atemtechnik, müssen noch stärker an der Aussprache arbeiten und lernen noch mehr über Ihr eigenes Timbre. Holen noch stärker Ihren ganz eigenen Stimmklang, der Sie unverwechselbar macht, aus sich heraus. Alles Dinge (bis auf den Gesang), die man uneingeschränkt auch bei einem überzeugenden Vortrag benötigt.

Noten-Töne mit OU24Dabei lernt man nicht nur, wie man den Mund auf und zu macht, mal salopp ausgesprochen, sondern man unterzieht sich einem Gehörtraining, muss Noten und Texte lernen und gleichzeitig dem Ganzen tiefen und wahren Ausdruck verleihen.

Singen hat außerdem das Potenzial, tiefsitzende Gefühle zutage zu fördern, weitaus stärker als es im Sprechunterricht geschehen könnte. Die emotionale Seite dabei ist es auch, die jeden Mann wirklich Mann und jede Frau wirklich Frau sein lässt. Stark und kräftig, sanft und seelenvoll, diese Gegensätze machen den Gesang so anziehend und den Unterricht so wirkungsvoll.

Doch wollen wir das Thema noch genauer unter die Lupe nehmen. Singen ist ein harter Job und singen lernen erfordert Disziplin, Ausdauer und Hingabe. Nun ist es natürlich für Menschen, die Gesang als Hobby betreiben oder einfach ihre Stimme schulen wollen, nicht ganz so hart. Dennoch erfordert es auch dann stetiges Üben, um Atemtechnik, bessere Artikulation und Körperhaltung zu verbessern.

Weich oder hart, das ist nun die Frage …

Gesangsunterricht ist also genau das Gegenteil von dem, was Weicheier wollen. Denn es erfordert Mut, Konsequenz, Disziplin und Fleiß. Und den Spaß bekommt man obendrein als Boybulding durch singenSahnetüpfelchen mitgeliefert. Singen erübrigt (fast) jeden Gang zum Seelenklempner. Denn es setzt so viel positive Kräfte frei und gibt enorme Einblicke zum einen in die eigene Psyche als auch in die Vorgänge im Körper. Und für die Sportfanatiker sei auch gesagt, dass durch diverse Tests festgestellt wurde, dass beim Singen Energien wie bei einem Hochleistungssportler verbraucht werden.

Deshalb rate ich jedem Mann (und natürlich auch jeder Frau), wenigstens mal 3 Gesangsstunden zu nehmen, dann können Sie immer noch entscheiden, ob sie schlussendlich lieber ein Weichei bleiben oder sich einer harten Gesangsunterweisung unterziehen.

Noch Einwände? Naja, den letzten Satz vermerke ich mit einem Augenzwinkern, aber Gesangsunterricht ist definitiv nichts für Weicheier.

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